Wochendausflug
Das letzte Wochenende wollte ich mit ein paar Freundinnen in Berlin verbringen. Ich war erst einmal dort für ein paar Tage, jedoch war ich zu sehr mit Sight-Seeing beschäftigt um wirklich etwas von der Atmosphäre der Stadt einzufangen. Wir informierten uns also vorher im Internet, bei Bekannten und in Reiseführern nach guten Plänen für ein grandioses Wochenende.


Unsere Unterkunft befand sich in Kreuzberg in der Nähe des Kotbusser Tores. Im Internet vermieten Menschen für ein paar Tage kostengünstig ihre Wohnung an beispielsweise Wochenendtouristen wie uns. Die Wohnung war nett und gut ausgerüstet. Jedoch stank der Ausguss gewaltig, Rastamann von nebenan rauchte so viele undefinierbare Kräuter, dass er mühelos ein ganzes Regiment hätte einschläfern können, und auch der Chinaimbiss aus dem Erdgeschoss steuerte ein paar unangenehme Gerüche bei. Also, raus in die Stadt und nur zum Schlafen nach Hause. Berlin lockte mit schönem Wetter, Kreuzberg, Friedrichshain und der Grunewald wollten entdeckt werden. In Kreuzberg wurde kurz nach unserer Ankunft eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt und Stunden später, die wir nur in Badeschlappen bekleidet auf dem Gehweg verbrachten, da wir als die Aufforderung zur Evakuation kam gerade zwei Stunden Schlaf bekommen hatten. Die vorige Nacht in der Simon Dach Straße und den umliegenden Clubs war lang und der Nachhauseweg weit und kompliziert für uns Landeier. Nach dem Bombenalarm wollten wir zur Erholung in den Grunewald zum Teufelssee. Dort angekommen machte sich große Befremdung breit. 80 Prozent der durchaus älteren und wohlbeleibten Besucher spazierten nackt umher und boten einen kuriosen Anblick für das an sittliche Badekleidung gewöhnte Auge. Zwei Stunden hielten wir es aus, als jedoch die beiden Walrösser Erna und Jakob Schibulski vor unseren Augen hemmungslos zu knutschen begannen, wurde es uns zu viel. Die spinnen, die Berliner.

 

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