Merkel in Afrka

 

Gewöhnliche Afrika Reisen, dauern meist mehrere Wochen und der geneigte Urlauber fährt in die Wüste oder die Savanne, beobachtet die faszinierende afrikanische Tierwelt, oder sonnt sich an den schönen Stränden Südafrikas. Im Norden locken die kulturellen Errungenschaften der Araber und die endlosen Weiten der Sahara, der Kilimandscharo und der Nil warten auf Abenteurer. Angela Merkels Afrika Reise erscheint in diesem Licht ein wenig unkonventionell. Natürlich erwartet man von einer Regierungschefin ein anderes Protokoll als jenes eines Rucksacktouristen, jedoch ist der Zeitplan Merkels mit drei Ländern in drei Tagen durchaus ambitioniert. Von Kenia hetzt sie nach Nigeria und von dort aus weiter nach Angola. Krisengebiete wie die Grenzregion von Kenia und Somalia in denen Hunderttausende aufgrund des somalischen Bürgerkriegs und der katastrophalen Dürreperiode in Notunterkünften leben, oder den neu entstandenen Staat Südsudan, dem allerdings Außenminister Westerwelle vor kurzem erst einen Besuch abstattet, umfährt die Kanzlerin weitläufig. Nigeria und Angola sind wichtige Öllieferanten für die deutsche Industrie, in Kenia will Merkel den Kampf gegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen loben. An vielen Stationen ihrer Reise muss Merkel allerdings die Erfahrung machen, dass die deutsche Wirtschaft einen Trend verschlafen hat oder bewusst auf ein verstärktes Engagement in Afrika verzichtet hat. Vor allem chinesische Firmen bauen Straßen, Häfen und Flughäfen. Dass sich die Führer der Partei im Reich der Mitte wenig um Menschenrechtsverletzungen und Korruption scheren, ist nichts Neues, wie sie eindrucksvoll in ihrem eigenen Grenzen demonstrieren. Merkel mahnt zu Recht mehrmals an der Kampf gegen die Korruption müsse intensiviert und vorangebracht werden, um das Misstrauen deutscher Unternehmer zu zerstreuen. Der Rüstungsdeal mit Angola bleibt allerdings sehr fragwürdig und ist gerade nach den heftigen Diskussionen um die Panzerlieferung nach Saudi Arabien kritisch zu sehen.

 

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